1998 bis 2008:
ZEHN JAHRE FREIBADUNIVERSITÄT!

Vor zehn Jahren erschien im Juni 1998 die erste Ausgabe der Freibaduniversität!

Deswegen soll es im Juni 2008 ein extra Programm geben.

Zehn Jahre Freibaduniversität
Das Jubiläumsprogramm im Juni
»Die erste Universität ohne Semesterferien! Und die ersten Seminare, die im Schwimmbecken stattfinden. – Mit den berühmten Siebenmeilen- Badelatschen sitzen wir in der Eisdiele der Abstraktion. Aber Vorsicht: Wer geglaubt hat, dass kritische Theorie ein toter Hund sei, hingegen Poststrukturalismus eine schicke Wildkatze des Widerstands, der wird hier eines Besseren belehrt. Der jeweils aktuelle Aufguss in der Theoriesauna unter: freibaduni.blogspot.com«
Am 4. Juni 1998, also vor zehn Jahren und im ersten Jahr der FSK-Vollfrequenz, gab es von 16.00 bis 17.00 Uhr die erste Freibaduniversität: eine Rundfunkvorlesung mit einem aufgezeichneten Vortrag von Wolf-Dieter Narr zur Frage: »Was heißt kritische Theorie heute?« Weil die Frage nach wie vor aktuell ist und viel zu interessant, als dass sie mit einer Antwort erledigt wäre, senden wir zum zehn-jährigen Jubiläum die erste Freibaduniversität noch einmal und diskutieren anschließend im Studio; passend zu vierzig Jahre achtundsechzig zudem ist die Sendung am 2. Juni zu hören: 20.00 bis 22. Uhr.
Das Thema kritische Theorie ist freilich damit noch nicht vom revolutionären Stundenplan! An drei Freitagen senden wir Highlights aus den letzten zehn Jahren der Freibaduniversität – bitte notieren: 6. Juni, 13. Juni, 27. Juni; jeweils 10.00–12.00 Uhr. Zum Beispiel: ebenfalls vor zehn Jahren schon einmal gesendet: Marxismus und Aufklärung – zwei Vorträge von Wolfdietrich Schmied-Kowarzik und Kurt Lenk. Das bunte, im Grundton schwarze, in roter Schmuckfarbe leuchtende Programm orientiert sich an den alten vier Ausgangsfragen emanzipatorischer Theorie-Praxis und radikaler Aufklärung: Was soll ich tun? Was kann ich wissen? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?
Die Antworten sind Konstellationen von Begriffen: Kritik, Materialismus, Geschichte, Dialektik, Bildung, Kultur, Gesellschaft, Subjekt, Revolution, Praxis, Politik, Staat, Staatskritik, Ökonomie, Verdinglichung, Fetischcharakter, Kunst, Ästhetik …
Am Samstag, 21. Juni, 14.00 bis 17.00 Uhr, und am Sonntag, 29. Juni, 11.00 bis 15.00 Uhr gibt es zwei kleine Radiokolloquien. Hochinteressant: Warum bringt Systemtheorie nichts, systematisches Philosophieren aber alles? Wieso ist der Poststrukturalismus ein billiger Hoax pseudoradikaler Theorie? Wieso ist die These vom Ende des Subjekts keineswegs brisant, sondern dumm und einfältig? Weshalb sollte die freie Assoziation der Gedanken nicht mit der freien Assoziation der Menschen verwechselt werden? Und so weiter. Wir bringen exquisite Referate und diskutieren uns die Köpfe heiß: bis der Sprung ins kalte Wasser des Freibadbeckens derselbe sein wird wie der Tigersprung der Revolution unter freiem Himmel.

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