Einbahnstraße

Es ist über Bücher wie dieser von Wolfgang Welsch 1988 herausgegebener Sammelband alles gesagt worden, und zwar in der Logik der Sache und mitten auf dem Themenfeld liegend, dass durch die großräumig angesetzten Diskussionen um Moderne versus Postmoderne Ende der 1980er und Anfang der 1990er kaum begrenzt schien (bzw. selbst wie das Passepartout anmutete, das historisch stillstellend auf das Bild des seinen Sieg feiernden Kapitalismus gelegt werden konnte, um 1989). Gerade weil damals alles gesagt wurde, lohnt es sich heute, noch einmal einen Blick in solche Bücher wie dieses zu werfen: Die hier versammelten Beiträge hat Welsch metaphorisch-klug unter den Titel ›Wege aus der Moderne‹ gebracht – und diese Wege sind allesamt beschritten oder zumindest kartografiert worden; dies mithin soweit und mit solcher (akademischen) Akribie, dass eben diese Wege längst über ihr Terrain hinausführten, die Wege aus der Moderne also längst auch sich zu Wegen aus der Postmoderne verlängert, verästelt wie auch verbunden haben. Wohin die Reise geht, schien damals noch klar: nicht vom Ziel her, sondern von der Vielfalt möglicher Richtungen her, die sich immer noch eindeutig vom Ausgangspunkt bestimmen ließ in ihrer Vielfältigkeit; eben das war ja die Moderne (zumindest im begrifflich verdichteten Sinn). Nach der Postmoderne heißt nun: dass die Vielfalt der Wege sich selbst mäandernd aus der Vielfalt der Wege ergibt – Ausgangspunkte zu markieren, macht hier keinen wirklichen Sinn; aber einen narrativen Sinn – und der liegt in den Texten selbst (mit allem was dazu gehört: Autor als Produzent und Leser als Autor etc.).
Deshalb soll hier folgen: Eine Relektüre. Zum Beispiel, aktualisierend: ›Postmoderne heute‹ von Ihab Hassan. (Fortzusetzen)
Neuerdings ist von Metamoderne die Rede. Das lässt sich gut gegenlesen.

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