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Wintersemester 2016 / 2017:
Anpassung, Normalität, Subversion.
Aspekte einer Soziologie der Alltagskultur

Der moderne Mensch lebt in der Alltäglichkeit, die paradox durch die Wiederkehr des ewig Gleichen, den Trott, die Wiederholung, wie auch durch die Abweichung davon gekennzeichnet ist: Diffus bleibt, ob zum Alltag die Arbeitszeit, der Beruf, das notwendige Geldverdienen dazugehören, oder ob das Alltagsleben allein durch die Freizeit bestimmt ist; indes erweitert sich der Alltag zur Alltagskultur: sie markiert scheinbar die je individuelle Aneignung der Angebote der Kulturindustrie – um sich so eben, redundant, im eigenen Alltag einzurichten. Diese Ideologie des Alltags eröffnet das Alltägliche selbst damit als »Bühne«, um sich zu behaupten: allgemein gesellschaftlichen Zwängen der Anpassung und Normalität unterworfen, bietet »die Kultur« zahlreiche Optionen der Widerständigkeit, der Abweichung und Dissidenz, der Subversion.
Das wiederum soll im Sinne einer Soziologie der Alltagskultur historisch und systematisch untersucht werden.
Fragen, die dabei zu klären sind: Was ist Alltag, Alltagsleben, Alltagskultur – und was nicht?
Welche Funktion und Bedeutung hat die Auseinandersetzung mit dem Alltag? In welche Phasen der Moderne (und Postmoderne) wird nach der Alltagskultur (kritisch) gefragt, in welchen Phasen nicht?
Was heißt Anpassung, was meint Normalität?
Was ist Subversion?
Etc.

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