Geschichte der Architektur, Avantgarde und Gegenwart

»Bauten«, schreibt Walter Benjamin, »begleiten die Menschheit seit ihrer Urgeschichte.« Die Urgeschichte, schreibt auch Benjamin, reicht indes weit ins neunzehnte Jahrhundert hinein; ihre Abschluss ist der Anfang der Moderne, und die Moderne definiert sich kulturell unter anderem durch den Auftritt der künstlerischen Avantgarden: sie revolutionieren die Kunst und die Künste, bringen die Kunst und die Künste damit in neue Positionen zueinander und gegeneinander. Die Architektur zum Bespiel: rangierte sie etwa noch bei Hegel ganz unten in der Hierarchie der Künste, wird sie nun zu einer Leitkunst, begründet Moderne wie später dann Postmoderne und deren Ausläufer.
Seinen materiellen Grund hat das in den sozialen Umbrüchen, die zur Signatur des Fin de Siècle, des zwanzigsten und schließlich des einundzwanzigsten Jahrhunderts werden: Der Niedergang des bürgerlichen Zeitalters, die Auf- und Abbrüche des Spätkapitalismus, die Konsolidierung der Metropolen und des Urbanismus als »a way of life« (Louis Wirth), schließlich auch die brutale Gewalt – die Massenmorde und die Kriege, und zwar nicht nur die Weltkriege, die auch die Städte, ihre Bilder und Bauten geprägt haben.
Jedenfalls: Die Geschichte der Architektur, die Luigi Prestinenza Puglisi vorlegt, ist diese Geschichte: von der Avantgarde bis in die Gegenwart, eine »umfassende Chronik des Bauens im 20. und 21. Jahrhundert«; und umfangreich heißt: über 500 Seiten, mit 700 Abbildungen. »Chronologisch nach Epochen aufgebaut, präsentiert diese bauhistorische Publikation auf über 500 Seiten die Geschichte der Architektur von 1900 bis heute.« Puglisi »legt damit einen aufschlussreichen Grundlagenband für Studierende, Lehrende oder Architekturinteressierte vor.«

Luigi Prestinenza Puglisi, ›The History of Architecture. From the Avant-Garde Towards the Present. A Comprehensive Chronicle of 20th and 21st Century Buildings‹, DOM Publishers: Berlin 2020, 528 S. brosch. mit 700 Abb.

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