Bildung, Bildungstheorie (Notiz)

Bildungstheorie hat heute Konjunktur: Bildung sei irgendwie in der Krise, in einem desolaten Zustand, »funktioniere« nicht etc. Und allenthalben werden Empfehlungen und Rezepte verteilt, wie man Bildung verbessern könnte, wie Bildung eben wieder »funktionieren« könnte etc.

These, grundsätzlich dazu: Was überhaupt heute, in aller Vielfalt, als Bildungsbegriff oder -begriffe, was an Überlegungen und Vorschlägen zu Bildung, Ausbildung, Schule und Beruf, Erziehung und Pädagogik etc. in die Debatte gebracht wird, ist ein Bestand, der in seinen verschiedensten Theorien bereits in den 1970er und 1980er Jahren festgestellt war. (Das hat zu tun mit: Postmoderne, freilich: Lyotard, ›Das postmoderne Wissen‹ …)

Für den Bereich bürgerlicher bzw. heute: spät- und postbürgerlicher Theorien der Bildung und Erziehung ist das in seinen ideologischen Ausformungen zu analysieren (verändert hat sich lediglich die Größe des Diskursfeldes … »Bildung« ist heute die Spielmarke einer ›Diskussion‹, an der nahezu jede und jeder sich beteiligen kann & soll [eben das ist aber wiederum signifikant für das, was »Bildung« als Deutungsmuster meint …]).

Virulent ist die Abgeschlossenheit von Bildungstheorien in Hinblick auf die Bildungspraxis: Was bedeuten Theorien auf dem Stand von 1980, wenn sie für das 21. Jahrhundert schlichtweg wiederholt werden? – Relevant ist das vor allem kritisch gerade für den Bereich kritischer Bildungstheorie (die auch insofern sich kritisch verstand, als dass sie – historisch-materialistisch – immer schon auf Praxis, ergo kritische Bildungspraxis orientiert war …): für Heydorn, für Schmied-Kowarzik u. a.

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(Fortzusetzen.)

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