Streifzüge 67 Streifzüge 67

Die Streifzüge 67 (Sommer 2016) sind erschienen. Thema: Alltag.

ACHTUNG: katzenberg-verlag.de ist wieder online ACHTUNG:
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ist wieder online

Die Internetseite vom Katzenberg Verlag ist wieder online und über die auf der Seite katzenberg-verlag.de angegebenen (E-Mail-) Adressen erreichbar. (9)

Streifzüge 66 Streifzüge 66

Die neue Ausgabe der Streifzüge ist erschienen.
Thema: Nabelschau.

Ordnung und Fortschritt. Notizen zu Sport und Ideologie anlässlich der Olympiade in Rio Ordnung und Fortschritt.
Notizen zu Sport und Ideologie anlässlich der Olympiade in Rio

In Kürze gibt es hier die Langfassung meiner ›Notizen zu Sport und Ideologie anlässlich der Olympiade in Rio‹, die gerade in der ›iz3w‹ Nr. 353, März/April 2016, erschienen sind.

Streifzüge 65 Streifzüge 65

Die Streifzüge Nr. 64 sind erschienen, Thema: Spiel.

Funktionalismus gestern Funktionalismus gestern

In der kapitalistischen Klassengesellschaft ist der Funktionalismus von Anfang an mit dem Widerspruch behaftet gewesen, sofern nach seinen Maßgaben versucht wurde, eine Gesellschaft zu funktionalisieren, die strukturell gar nicht funktionalisierbar ist.

Manfred Kroboth Manfred Kroboth

25. Januar 1966
bis
25. Oktober 2015.

Buchumschläge in der Weimarer Republik Buchumschläge in der Weimarer Republik

Jürgen Holstein hat ein seit langem geplantes Projekt umgesetzt und präsentiert mit seiner Sammlung grafisch wegweisender wie auch exzeptioneller Buchumschlagsgestaltung nicht nur ein entscheidendes Kapitel der Design- und Mediengeschichte, …


AUS DEM ARCHIV: HALBBILDUNG VERSUS GEGENBILDUNG.

Die Zeiten, wo man durch Film und Fernsehen etwas lernen kann, sind endgültig vorbei

Die Zeiten, wo man durch Film und Fernsehen etwas lernen kann, sind endgültig vorbei. Überhaupt ist die Annahme einer pädagogischen oder bildungsmäßigen Medienspezifität eine Ideologie. Auch die Lektüre eines Buches macht an und für sich allein noch nicht klüger. Trotzdem trägt das, was seit einigen Jahrzehnten im erziehungswissenschaftlichen Jargon operationalisiert »Lese-Kompetenz« genannt wird, durchaus zum je individuellen »Lernen« bei: Wer lesen kann, hat in dieser Welt einen Vorteil. Fraglich allerdings, ob dieser Vorteil bildungsrelevant ist, nämlich relevant in Hinblick auf Selbstermächtigung und Emanzipation des Subjekts (zu erinnern ist in diesem Zusammenhang Ivan Illichs altes Interventionsplädoyer für die Entschulung der Gesellschaft; er kritisierte etwa die gut gemeinten Alphabetisierungskampagnen in Latein- und Mittelamerika, sie würden traditionelle Strategien der Selbst- und Weltaneignung verdrängen und damit stabile Sozialbindungen zerstören …). Film und Fernsehen haben die Menschen unterm Strich weder dümmer noch klüger gemacht; und sicher gibt es im Kino und TV viel Dummes, ebenso auch Gutes (und manche sagen hier: viel Gutes).

Indes: Aus einem Buch für sich Momente der Selbstbildung zu gewinnen, setzt Lesen (»Lese-Kompetenz«) nicht zwingend voraus. Edward P. Thompson hat in seiner Großstudie ›The Making of the English Working Class‹ (1963) darauf hingewiesen, dass es im neunzehnten Jahrhundert in Proletarierhaushalten – nebenbei: das sind Haushalte, wo mehrere Familien in kleinen Wohnungen zusammen hausen – durchaus üblich war, etwa Karl Marx’ ›Das Kapital‹ in der Küche im Regal stehen zu haben. Lesen konnten die wenigstens, wer es konnte, las in den wenigen Stunden der Freizeit den anderen vor; was drin steht in diesem Buch, wusste man mithin aus der Fabrik, erfuhr man tagtäglich am eigenen Leib. Allein zu ahnen, dass hier aber erklärt wird, warum das Leben in Manchester, Liverpool, London etc. so ist wie es ist, war initial für die Lektüre des Buches, auch wenn man es selber gar nicht lesen konnte.


MEHR ZUM THEMA.
Kosmos
Kosmos

»Ich fange den Druck meines Werkes (des Werks meines Lebens) an. Ich habe den tollen Einfall, die ganze materielle Welt, alles was wir heute von den Erscheinungen der Himmelsräume, von den Nebelsternen bis zur Geographie der Moose auf den Granitfelsen…

Notizen zum digitalen Zeitalter 1

Hat Rousseau seinen ›Emile‹ auf dem Laptop geschrieben? – Nein, natürlich nicht. – Aber was wäre, wenn er es getan hätte?
Rousseau hat eine Pädagogik geschrieben, keine Bildungstheorie. Ganz im Sinne einer Dialektik der Aufklärung sind Rousseaus Empfehlungen von 1762 ambivalent, einmal progressiv-liberal, einmal regressiv-autoritär. ›Émile ou de l’éducation‹ ist eines der Grundbücher bürgerlicher Emanzipationsbestrebungen, signifikant für das historische Kraftfeld der Theorie und Praxis, das das Frankreich und überhaupt das Europa des achtzehnten Jahrhunderts durchströmt.

Lebenswege und Lernräume
Lebenswege und Lernräume

Hannelore Faulstich-Wieland & Peter Faulstich, ›Lebenswege und Lernräume. Martha Muchow: Leben, Werk und Weiterwirken‹, Beltz Juventa: Weinheim und Basel 2012, 178 S. brosch.

Kinderstadtleben

Die Geschwister Muchow unterscheiden das »Durchleben«, das »Erleben« und das »Umleben« des Großstadtraumes. Äußerst interessant und informationsreich liest sich der Bericht, wie die Kinder für sich das – im II. Weltkrieg zerstörte – Karstadt-Warenhaus eroberten und entdeckten. War es für die Erwachsenen ein »Museum moderner Bedürfnisartikel«, so übte das Warenhaus auf die Kinder einen dreifachen Reiz aus: Die Schaufenster mit den Auslagen (also Fassade), mehr noch das Hineinkommen (da das Betreten des Hauses nur in Begleitung von Erwachsenen gestattet war, oder mit elterlichen Besorgungsauftrag, musste man geschickt am Wachpersonal vorbei), schließlich und wesentlich das Warenhausinnere (hier vor allem: Rolltreppen). Jüngere Kinder nutzten das Warenhaus und sein Angebot, um eigene Spiele zu entwickeln, man sammelte Preise oder Reklamezettel; ältere Kinder spielten in der Szenerie Erwachsen-Sein und kopierten das Kaufverhalten oder berieten sich über Waren; oft hielten sie mit diesem Spiel Verkaufsangestellte zum Narren.



AUS DEM ARCHIV: POSTURBANISMUS.

Postfunktionalistischer Urbanismus
und gelebter Raum

Heinz Paetzold hatte sich über die Jahrzehnte auch Hamburg als gelebten Raum erschlossen, mochte es, durch die verschiedenen Zonen der hanseatischen Innenstadt zu flanieren, liebte ausgedehnte Spaziergänge an der Alster oder am Elbufer entlang. Mit seinen Erkundungen setzte er gleichsam fort, was Jahrzehnte zuvor Ernst Cassirer, Aby Warburg oder Martha Muchow in und an Hamburg entdeckten, bevor auch hier der nationalsozialistische Terror losschlug; die Spuren, die hier noch zu finden sind, aktualisierte Paetzold mit seinem Programm einer transzendentalkritischen Kulturphilosophie, an der er seit den späten neunzehnhundertsiebziger Jahren arbeitete.
(Editorische Notiz zu zwei Texten von Heinz Paetzold.)


AUS DEM ARCHIV: POPKULTURINDUSTRIE.
Schöne Ghettowelt

Aus der Zeit, als Blumfeld noch Frankfurter Schule war – Die Singles 1991/92 Nun sind nach zehn Jahren die drei ersten Singles von Blumfeld auf einem Kurzalbum wieder veröffentlicht: ›Ghettowelt‹, ›Zeitlupe‹ und ›Traum:2‹ erscheinen jetzt unter dem Imperativ ›Die Welt…



REZENSIONEN: PAPIER.

Atlantropa Atlantropa
Wolfgang Voigt, ›Atlantropa. Weltbauen am Mittelmeer. Ein Architektentraum der Moderne‹, Dölling und Galitz: Hamburg 1998, 144 S. geb. m. zahlr. Abb.
Die Realität der symbolischen Formen Die Realität der symbolischen Formen
Heinz Paetzold, ›Die Realität der symbolischen Formen. Die Kulturphilosophie Ernst Cassirers im Kontext‹, wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt 1994, 189 S. brosch.
Die Rettung der Nacht Die Rettung der Nacht
Wolfgang Bock, ›Walter Benjamin – Die Rettung der Nacht. Sterne, Melancholie und Messianismus‹, Aisthesis Verlag: Bielefeld 2000, 474 S. brosch. mit zahl. Abb.
Die Neuzeit verbrennt ihren Erfinder Die Neuzeit verbrennt ihren Erfinder
Anne Eusterschulte, ›Giordano Bruno zur Einführung‹, Junius Verlag: Hamburg 1997, 176 S. brosch.
Visionen, Entwürfe, Gebautes Visionen,
Entwürfe,
Gebautes
Vittorio Magnago Lampugnani, ›Die Stadt im 20. Jahrhundert. Visionen, Entwürfe, Gebautes‹, 2 Bände im Schuber, Wagenbach: Berlin 2010, 640 farb. Abb., 907 S. brosch.
Anatomie des Anti-Subjekts Anatomie des Anti-Subjekts
Manuela Günter, ›Anatomie des Anti-Subjekts. Zur Subversion autobiographischen Schreibens bei Siegfried Kracauer, Walter Benjamin und Carl Einstein‹, Königshausen & Neumann: Würzburg 1996, 236 S. brosch.
Übergangsobjekte Übergangsobjekte
Philipp Häfner, Liebe | Übergangsobjekte‹, BoD: Norderstedt 2008, 80 S. geb.
Mehr aus der
Schublade:
Papier.
REZENSIONEN: KINO & SOUND.

Rosa Luxemburg im botanischen Garten Rosa Luxemburg im botanischen Garten
Rolf Schwendter, ›Rosa Luxemburg im botanischen Garten. Lieder zur Kindertrommel‹, CD: Transmitter / MedienXperimente 1998.
Die letzten Mohikanerinnen Die letzten Mohikanerinnen
A Tribe Called Knarf, ›Es ist die Wahrheit, obwohl es nie passierte‹, CD / LP+dl: Staatsakt / Universal Music 2015.
Der Soundtrack der Republik Der Soundtrack der Republik
V/A, ›Spanien im Herzen – Lieder des Spanischen Bürgerkrieges‹, 7-CD/1-DVD Box mit Begleitbuch, hg. und Text von Jürgen Schebera, Bear Family Records 2014.
Alles, was ich bin Alles, was ich bin
Udo Jürgens, ›Udo ’80‹, LP: Ariola 1979.
Peter Weiss, Filme Peter Weiss, Filme
›Peter Weiss: Filme‹, vorgestellt von Harun Farocki, DVD und Booklet (hg. von Hark Machnik und Reiner Niehoff), Absolut Medien / Filmedition Suhrkamp: Berlin 2012.
Songs for Joy Songs for Joy
Carsten Meyer, Jacques Palminger und Chris Dietermann, ›Songs For Joy‹, 2009, CD.
Die moderne Stadt Die moderne Stadt
›Die moderne Stadt‹, hg. von Ralph Eue, Florian Wüst, absolut medien: DVD, 2015.
The Gates of Delirium The Gates of Delirium
Yes, ›Relayer‹, LP / CD: Atlantic 1974 / 2014 (Reissue).
Mehr aus den
Schubladen:
Sound.
Kino.
WEITERE TEXTE.