Was ist der ›kunst-klub‹?

Im ›kunst-klub‹ geht es um die Mode der Kunst im Politischen. Radikal können Politisches und Künstlerisches sich kollektivieren, aber geschichtlich schlug die gemeinsame Radikalität immer wieder in Ornament und Parole um. Die kapitalistische Produktion ist nicht reformierbar: weder künstlerisch noch politisch; aber wo ihre Abschaffung scheitert, fallen das Politische wie das Künstlerische immer wieder in den notwendigen Reformismus der weiter aufgeschobenen Freiheit zurück. Politische Kunst ist praktisch nur im Zusammenhang mit einer politischen Bewegung, ohne sie wird sie ästhetische Reform der bekämpften Realität.

Seitdem die Avantgarden zwischen Russland und Paris sich aus den Ordnungsrichtlinien der Akademien zu befreien versuchten, hat sich die Kunst Schritt für Schritt auf das freie Feld der Produktion begeben. Ohne den Schutz der Akademie wurde die künstlerische Produktion oftmals praktischer politisch als sie es wollte, wusste oder verantworten konnte. Historisch entspannen sich Heteronomien mitten in den Spuren der Avantgarde, Spuren der unablösbaren Abhängigkeit vom politischen Zusammenhang. Dieser Zusammenhang blieb kapitalistisch; von der Durchsetzung der Massenproduktion zur fordistischen Serialität bis in die heteronomen Produktionseinheiten der flexiblen Akkumulation.

Die Kunst hat in den letzten Jahren mit der Mode der Multituden, der Antikollektive, wieder Land gewonnen im Bereich der Kritik. Die Abhängigkeiten, in die sich Kunst und Politik aktuell verwickeln, sollen im kunst-klub in offene Widersprüche aufgelöst werden. Hierzu werden politische Probleme künstlerischer Produktionen aus den vergangenen zwei Jahrhunderten kapitalistischer Vergesellschaftung zusammengesucht und auf die Gegenwart bezogen. Wo verläuft die Ästhetisierung des Politischen, was ist die Funktion des politischen Plakats, wo schlägt ästhetischer Widerstand durch und wohin? In der Serie werden Probleme der politischen Kunst ihren Möglichkeiten nach diskutiert werden. Was kann man wollen von der ›Produktion von Vorstellungen‹ (Boris Arvatov)?

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