»Guten Morgen!«
»Wenn ich ein Buch aufschlage,« notiert Paul Valéry, »bietet das Buch meinen Augen zwei recht unterschiedliche Arten an, Anteil an ihm zu nehmen. Es stellt sie vor die Alternative zweier Nutzanwendungen ihrer Funktion.« Einmal, so führt Valéry aus, ist es »sich auf eine regelmäßige Bewegung einzulassen, die sich entlang einer Zeile von einem Worte dem anderen Worte mitteilt, …
Radikale Aufklärung
»Radikale Aufklärung kulminiert im widerwilligen Bündnis mit der Welt, über die sie radikal aufklärt«, formulierte Hermann Schweppenhäuser nachgerade programmatisch in seiner Antrittsvorlesung für die Honorarprofessur an der Frankfurter Universität 1966. Aufklärung, das hat Immanuel Kant definierend ins Stammbuch der kritischen Philosophie geschrieben, ist »der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.« Mündig ist also der, »der für sich selbst spricht, weil er für sich selbst gedacht hat und nicht bloß nachredet; der nicht bevormundet wird«, wie Theodor W. Adorno, Schweppenhäusers Lehrer und Freund, zur selben Zeit, in den Sechzigern, schrieb. Radikal sein wiederum, das wissen wir nach der berühmten Wendung von Marx, ist – wörtlich genommen – »die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel für den Menschen ist aber der Mensch selbst.«
Film / Installation: Bauhaus Dessau
Zusammen mit Schroeter & Berger, dem in Berlin ansässigen Büro für Lösungen, arbeite ich an einem Projekt für die Stiftung Bauhaus Dessau: Schroeter & Berger produzieren einen circa zehnminütigen Film, der in eine Installation im Eingangsbereich des Museums im Bauhaus-Gebäude integriert werden soll, ich liefere den Text (»Drehbuch«) dazu. Der Film ist mehrfach in Sichtfelder unterteilt; es gibt …






