Lieber reingelegt!
Nachrichten aus der Muttibude

Zur Rezension bestellt und bekommen habe ich, herausgegeben von Heinrich Geiselberger, ›Die große Regression. Eine internationale Debatte über die geistige Situation der Zeit‹, erschienen in der edition suhrkamp, Suhrkamp Verlag, Berlin 2017 (eine kleine Besprechung wird im Juli in der ›konkret‹ erscheinen).
Ich blättere in dem – übrigens in zwölf Ländern gleichzeitig erscheinenden Band –, mache mir erste Notizen, probiere auch die Diktierfunktion eines neuen Klapprechners im Büro.
Arjun Appadurai beendet mit engagierten Worten seinen Beitrag über ›Demokratiemüdigkeit‹: »Und so bleibt am Ende nur ein einzig mögliche Weg: Liberal eingestellte Bevölkerungsgruppen (Arbeiter, Intellektuelle, Aktivisten, Politiker) müssen sich europaweit zusammenfinden, um gemeinsam für einen ökonomischen politischen Liberalismus zu streiten. Wir brauchen eine liberale Multitude. Sie ist die einzige Antwort auf die regressive Multitude, die gegenwärtig in und jenseits von Europa auf dem Vormarsch ist.« (S. 35)
Die Software der Diktierfunktion macht aus »Intellektuelle« »Internet« und bringt eine ganz eigene, surreal-sympathische Forderung ins Spiel, »um gemeinsam für einen komischen politischen Liberalismus zu streiten«: »Wir brauchen eine liberale Muttibude. Sie ist die einzige Antwort auf die regressive wünsche Tote …«
Außerdem: aus den »liberalen Eliten«, von denen Eva Illouz in ihrem Beitrag handelt, wird »lieber reingelegt«.
Benutzer: »ELIZA – bitte übernehmen Sie!« – ELIZA: »Davon verstehe ich nichts, lassen Sie uns über ein anderes Thema reden!«

Heinrich Geiselberger (Hg.), ›Die große Regression. Eine internationale Debatte über die geistige Situation der Zeit‹, edition suhrkamp / Suhrkamp Verlag: Berlin 2017, 320 S. brosch.

http://www.diegrosseregression.de

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