Glück
»Oh, Vanitas Vanitatum! Wer von uns ist glücklich auf dieser Welt? Wer von uns erhält, was er wünscht, oder wenn er es erhält, wer ist zufrieden? Kommt Kinder, wir wollen die Puppen in den Kasten schließen, denn unser Spiel ist aus.« – William M. Thackeray, ›Jahrmarkt der Eitelkeit‹ (deutsch von Mira Koffka, [Reinbek bei] Hamburg 1957, S. 481)
Schöne Ghettowelt
Rassismus, Antisemitismus, Ressentiments definieren eine politische Normalität, die nicht länger auf Konzepte der Agitation und Aufklärung vertrauen lässt. Was Anfang der Neunziger schon als gescheitertes Programm der allerletzten K-Gruppen feststand und mit dem Zusammenbruch des realen Sozialismus unterging, hat sich in den vergangenen zehn Jahren auch als kulturelles Modell erledigt: In der neuen Mitte hat sich das Dumpfe eingerichtet, ein Sozialcharakter, der seine psychohistorische Parallele hat: ›Arbeiter und Angestellte am Vorabend des Dritten Reiches‹. Unter der Oberfläche sozialistischer, auch antifaschistischer Politik war bereits 1932 ein autoritärer wie ohnmächtiger Konformismus zu verzeichnen. Von »zynischer Sachlichkeit« spricht Marcuse später in seinen ›Feindanalysen‹ über Nazideutschland. Als Triebstruktur hat sich dieses System länsgt wieder etabliert, die ›Diktatur der Angepassten‹ nannten es Blumfeld auf dem Album ›Testament der Angst‹.
Die schönste Stadt der Welt in schwarz
Michele Avantario & Klaus Sieg, Fotos von Thomas Henning, ›Das schwarze Hamburg-Buch: Mord, Skandal, Gewalt und Schrecken in der schönsten Stadt der Welt‹, Junius Verlag: Hamburg 20916, 176 S. mit ca. 100 s/w-Abb., Hardcover. (51)
Die dreizehn wichtigsten Bücher (für mich)
»Wer das Nichtstun ebenso wie die Arbeit scheut, findet leicht zum Buch.« – Peter Brückner, ›Abseits als sicherer Ort‹, Berlin 1980. 1. – Karl Marx, ›[Ökonomisch-philosophische Manuskripte]‹, 1844. 2. – Herbert Marcuse, ›Der eindimensionale Mensch‹, 1964. 3. – Theodor W. Adorno & Max Horkheimer, ›Dialektik der Aufklärung‹, 1944/47. 4. – Walter Benjamin, ›Einbahnstraße‹, 1928 (außerdem: ›Das Passagen-Werk‹ und …
Kann Gestaltung Gesellschaft (verändern)?
Vier schnelle Bemerkungen, Thesen bzw. Fragen nach erster Durchsicht des Bandes: Erstens. – Was sich in der Moderne als Design herausbildet, resultiert aus fortschreitender Arbeitsteilung im Kapitalismus; im 19. Jahrhundert ist das mit der Industrialisierung verknüpft (Industriedesign auch als Design der Industrie!), im 20. Jahrhundert mit dem Fordismus (Funktionalismus und Rationalismus, Konsumgüterindustrie, Kulturindustrie), schließlich Postfordismus / Toyotismus (die …



