Lost images, images of the lost
»The choice we have is not between reasonable proposals and an unreasonable utopianism. Utopian thinking does not undermine or discount real reforms. Indeed, it is almost the opposite: practical reforms depend on utopian dreaming – or at least utopian thinking drives incremental improvements.« – Russell Jacoby
Die Käfer im Garten
Beatrice Alemagna, ›Bugs in the Garden‹, Phaidon Verlag: New York et al. 2011, 40 S. geb. Verlagsseite zum Buch: hier. Weitere Bücher von Beatrice Alemagna, z. B.: • ›My Friend‹, NorthSouth 2005 • ›Bugs in a Blanket‹, Phaidon 2009 • ›The Bug next Door‹, Phaidon 2012 • ›Bugs at Christmas‹, Phaidon 2013 (68)
Freibaduniversität
August 2015
›Ästhetisierung der Politik, Politisierung der Kunst, Ästhetik des Widerstands‹
Im Verlauf der neunziger Jahre verschwindet das Interesse an Peter Weiss und der emanzipatorischen Aktualisierung der ›Ästhetik des Widerstands‹; die wirkliche Bewegung der radikalen Linken läuft ins Leere, die Versuche einer Politisierung der Kunst wenden sich ins affirmativ-banale – wobei mit der Ausweitung des »Kunstfeldes« gleichzeitig ein umfangreiches und vielfältiges »Politisch-Werden« der Kunst reklamiert wird, das sich zunächst in besonderen, dann auch allgemeinen subkulturellen Formierungen widerspiegelt.
Schöne neue Welt (3)
Zunächst nur ein kurzer Empfehlungshinweis auf diese Aufsatzsammlung: Ulrich Ruschig & Hans-Ernst Schiller (Hg.), ›Staat und Politik bei Horkheimer und Adorno‹, Nomos Verlagsgesellschaft: Baden-Baden 2014, 230 S. brosch.
Katzenberg Verlag:
Olaf Sanders –
Greatest Misses
Im August 2015 ist im Katzenberg Verlag erschienen:
Olaf Sanders
Greatest Misses
Über Bildung, Deleuze, Film, neuere Medien etc.
K 1
Zur Aktualität der kritischen Theorie
Theodor W. Adornos
Adorno hat bereits in den sechziger Jahren, nämlich in seinem philosophischen Hauptwerk ›Negative Dialektik‹ darauf hingewiesen, dass eine jede Theorie heute als Mode auf einem akademischen Markt kursiert. Wenn Kulturindustrie wesentlich meint, dass alle Kultur zur Ware wird und mithin jedes Kulturprodukt in der Reklame für die Welt, wie sie ist, erstarrt, dann gehört das ja zur notwendigen Logik der spätkapitalistischen Kulturindustrie: Dass sie ihre schärfsten Kritiker durch Integration entschärft; dass sie die Kritik, und selbst die radikale Kritik, mit anderen Positionen, auch mit diametral entgegengesetzten und affirmativen Positionen nivelliert. Adornos einhundertster Geburtstag bot nun den willkommenen Anlass, seine kritische Theorie etwa ins kulturkonservative Fahrwasser zu bringen, oder überhaupt dadurch zu entmächtigen, indem Adorno auf den Kulturtheoretiker und Musikphilosophen reduziert wird. Wenn doch noch auf Adornos Gesellschaftskritik eingegangen wird, dann wird sie perfide – wie etwa in der ›F.A.Z‹ – zum Gewissen der Restauration gemacht.
Dahinter versteckt sich eine Biografisierung, die bereits von Leo Löwenthal (vgl. sein Beitrag: ›Zur biografischen Mode‹ in der ›Zeitschrift für Sozialforschung‹) in den dreißiger Jahren bemerkt wurde. Nicht nur wird kritische Theorie damit depotenziert, sondern kritische Reflexion wird in gewisser Weise lächerlich gemacht, indem eben das Kritische auf die Marotten von vermeintlichen Persönlichkeiten reduziert wird.


