Übertragung, Lacan, Lorenzer

Instruktiv:
»Er wird bekanntlich auch diese Übertragung enttäuschen. So wird er Lacan wenig später Pate stehen für das eigentlichen Zentrum seines reformulierten Übertragungsbegriffs, dem zufolge es Übertragung immer dann gibt, wenn ›einem Subjekt Wissen unterstellt wird‹, wenn die Liebe, und sei es diejenige zu einem Wissen, um die Achse eines sujet supposé savoir kreist. Es gibt unzählige Facetten und Nuancen der Übertragung, immer aber geht es darum, dass ein Anderer vermeintlich das Wissen besitzt, nach dem das Subjekt – und dies bei Weitem nicht nur am Beginn einer Analyse – sucht. Dies ist der projektive und zuweilen paranoide Kern jeder Übertragung.« – Robert Heim, ›Jacques Lacan trifft Alfred Lorenzer. Nachforschungen zu einer »verlorenen Zeit«‹, S. 168.

Mehr zu Alfred Lorenzer auch hier.

Robert Heim & Emilio Modena (Hg.), ›Jacques Lacan trifft Alfred Lorenzer. Über das Unbewusste und die Sprache, den Trieb und das Begehren‹, Psychosozial-Verlag: Gießen 2016, 184 S. brosch.

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