Mut zur Utopie!

Heute bei einem Stand libertärer Genossen auf dem Schanzenfest-Flohmarkt entdeckt und freilich erstanden:

Otto Rühle, ›Baupläne für eine neue Gesellschaft‹, hg. von Henry Jacoby in der Reihe: »rororo-Klassiker Texte des Sozialismus und Anarchismus«, Rowohlt Verlag: Reinbek bei Hamburg 1971, 254 S.

Das Buch sollte 1939 unter dem Titel ›Mut zur Utopie‹ im Kacha-Verlag in Prag erscheinen, die Fahnen lagen bereits im Umbruch vor, doch wegen der politischen Ereignisse konnte das Buch dann nicht gedruckt werden. Henry Jacoby hat es hier erstmals herausgegeben. Aus urheberrechtlichen Gründen konnte der von Rühle vorgesehene Originaltitel nicht verwendet werden (Georg Picht veröffentliche 1969 eine Essaysammlung unter nämlichen Titel ›Mut zur Utopie‹).1)

Rühle zitiert zum Schluss Marx’ Leitmotiv »Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!«. Und setzt hinzu: »Damit wird die sozialistische Utopie zum vollen Erlebnis. Die Idee formt sich lebendig zur Geschichte. Das Künftige geht in die unmittelbare Gegenwart ein. Der Glückstraum der Menschheit ist erfüllt.« (S. 221)

Alles für alle, immer.

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Alice Rühle und Otto Rühle gehören übrigens zu den Wegbereitern einer libertär-kommunistischen Pädagogik.

  1. Befremdlich und auch ein wenig gruselig: am 18. Juni 2015 diskutierten im geschätzten Ludwigshafener Ernst-Bloch-Zentrum unter der Themenüberschrift ›Mut zur Utopie‹ ausgerechnet Sahra Wagenknecht und Heiner Geißler zusammen … (↑)

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