Hiroshima.
6. August 1945 – 8 Uhr 15
Es gehört zu perfiden Dialektik des Fortschritts, dass man sich über die zerstörerische Sprengkraft der Atombombe in den Vereinigten Staaten sehr wohl im Klaren war, gleichwohl aber keine Erkenntnisse über die verheerenden Auswirkungen der radioaktiven Strahlungen hatte. Die Atombombe ist die Waffe, die die Logik des Krieges in jenem Zeitalter bezeichnet, in dem ökonomische Effizienz und Leistung alle …
Barfuß durch Hiroshima
Als am 6. August 1945, um 8:15 Uhr morgens sechshundert Meter über Hiroshima die Atombombe detonierte, war der damals sechsjährige Keiji Nakazawa einen guten Kilometer vom Hypozentrum entfernt in der Schule. Im Schutz einer Betonmauer überlebt Nakazawa die grausame Hitzewelle, die über die japanische Großstadt hinwegfegt. Sein Vater, sein jüngerer Bruder und seine ältere Schwester kamen ums Leben. …
»Die Zeit der Distinktionen ist vorbei« –
Günther Anders vs.
Martin Heidegger
»Die Antwort auf Feuer ist nicht Prometheus, sondern Wasser. Es gibt Situationen, in denen auf Ursprüngen zu bestehen, unmoralisch ist.« Günther Anders, Frömmigkeitsphilosophie (S. 365) Gelegenheitsphilosophie (I) In seinem Hauptwerk ›Die Antiquiertheit des Menschen‹, zuerst 1956 erschienen, spricht Günther Anders von der Notwendigkeit einer Gelegenheitsphilosophie und meint damit eine Mischung aus Journalismus und Metaphysik: Günther Anders, der im …
Mehr als Musik
Hardcore ist »more than music«; Hardcore ist eine Jugend-Subkultur, bei der – im Gegensatz zu vielen anderen Subkulturen und vor allem im Gegensatz zum Mainstream – der Musikkonsum den produktiven und kreativen Aktivitäten vollständig untergeordnet ist. Im Mittelpunkt von Hardcore steht das so genannte D.I.Y.-Prinzip: »do it yourself«. Das meint nicht nur die musikalische Praxis, sondern den gesamten …
Gestern wurde ich Idiot
Nach ›Morgen werde ich Idiot‹ erscheint bei Nautilus im Oktober die nächste Flugschrift von Dany: ›Schneller als die Sonne. Aus dem rasenden Stillstand in eine unbekannte Zukunft‹.
Zur Kritik der Befreiung. Einige Bemerkungen zur Aktualität emanzipatorischer Politik
Auch wenn wir das Wort Emanzipation gemeinhin mit Befreiung übersetzen, so meint der Begriff doch wesentlich mehr, nämlich Freisetzung, Freilassung, Freisprechung und Verselbstständigung. Wenn schon Emanzipation als Befreiung definiert wird, dann also explizit im Sinne der Selbstbefreiung. Die Herkunft des Wortes ist nicht unwichtig; die Aktualität des kritischen Emanzipationsbegriffs kann nur aus der kritischen Begriffsgeschichte gewonnen werden: sie entfaltet sich schließlich aus dem kritischen Begriff der Geschichte. Ein kleiner Gewaltmarsch durch die Eiswüste der Abstraktion scheint nötig, um zum Konkreten zu gelangen, gerade wo neulinke Modetheorien auch den Emanzipationsbegriff mittlerweile bis zur postmodernen Unkenntlichkeit entstellt haben, so dass er schließlich nur noch als Minimalkonsensphrase wieder erkennbar ist. Für die kritische Theorie bleibt die Frage zentral, wovon und wofür emanzipiert wird. Emanzipation ist die praktische Selbstbefreiung des Menschen, oder sie tendiert zum Gegenteil, zur Vernichtung des Selbst.





