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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Dieses Buch verspricht gut zu sein und wenn es das böte, was der Titel ankündigt, dann wäre es das auch: Eine Autobiografie der Sechziger, als beides – eine politische Autobiografie der Sechziger und eine Autobiografie der politischen Sechziger. Es ist natürlich ein etwas anderes Unterfangen als das, was Siegfried Kracauer mit …

Die Welt als Text und der Text als Welt. Umberto Ecos ›Streit der Interpretationen‹

Die Welt als Text und der Text als Welt.
Umberto Ecos ›Streit der Interpretationen‹

Der neunzehnhundertzweiunddreißig geborene Umberto Eco wurde nicht nur als Schriftsteller durch Romane wie ›Der Name der Rose‹ von 1980 oder ›Das Foucaultsche Pendel‹ von 1988 bekannt, sondern durch seine zahlreichen theoretischen, gesellschafts- und kulturkritischen Arbeiten auch als Literaturwissenschaftler. Dabei gehört er nicht nur zu den weltweit wichtigsten Vertretern seines Faches, sondern – und das ist entscheidend – er …

Georg Forster, Fundstücke

Georg Forster, Fundstücke

»Ach! daß uns ja das edle Vorrecht bleibe, in-konsequent und inkalkulabel zu seyn!« (Georg Forster) »Man legt fast keine seiner Schriften aus der Hand, ohne sich nicht bloß zum Selbstdenken belebt und bereichert, sondern auch erweitert zu fühlen«, schreibt Friedrich Schlegel begeistert über Forster 1797,1) drei Jahre nach dessen Tod 1794, vier Jahre nach dem Scheitern der Mainzer …

Die Gesellschaft des Terrors

Die Gesellschaft des Terrors

»Es gibt eine weit verbreitete Ansicht, der zufolge faschistischer Terror eine vorübergehende geschichtliche Phase sei, die glücklicherweise nun hinter uns liege. Ich kann mich dieser Ansicht nicht anschließen, sehe den Terror vielmehr als tief in der Dynamik moderner Zivilisation und besonders moderner Wirtschaftsorganisation verwurzelt. Das Widerstreben, das Phänomen des Terrors in all seinen Implikationen rückhaltlos zu erforschen, ist …

Der Klang des Scheiterns der Moderne

Der Klang des Scheiterns der Moderne

So wie die Moderne in der Malerei vielleicht mit Cézanne und in der Literatur gewiss mit Charles Baudelaire beginnt, so beginnt sie in der Musik etwa mit Gustav Mahler. Der Maler Paul Cézanne – er lebte von 1839 bis 1906 – gehörte zu den französischen Impressionisten; wie Pissarro, Monet oder Manet ging auch Cézanne mit der Kunst ins …

»Das muffige Geschwür ›Etüde‹.« – Adornos Träume

»Das muffige Geschwür ›Etüde‹.« –
Adornos Träume

»Das muffige Geschwür ›Etüde‹.« – Adorno, aus einem Traum Frankfurt am Main, Juli 1965, ›Traumprotokolle‹, S. 80. Am 26. Juni 1960 notiert Theodor W. Adorno während eines Aufenthaltes in Wien: »In der vorletzten Nacht träumte ich: es hätte an einem Tag tiefste Nacht geherrscht, zum ersten Mal seit Erschaffung der Welt wäre die Sonne nicht aufgegangen. Es hätte …

»Die Welt nicht mehr verstehen« – Jean Améry

»Die Welt nicht mehr verstehen« – Jean Améry

Améry war der erste fast und über Jahre der einzige, der den Antisemitismus nach Fünfundvierzig politisch skandalisierte; er dürfte der einzige gewesen sein, bis zu seinem Freitod 1978, der überhaupt den Antisemitismus in der Linken zum Thema machte – und aufs schärfste verurteilte.