Wintersemester 2020 / 2021: Über den Widerspruch von Bildung und Herrschaft, Rekonstruktion und Aktualisierung

Wintersemester 2020 / 2021
Leuphana Universität:
Über den Widerspruch von Bildung und Herrschaft, Rekonstruktion und Aktualisierung

Bildung ist wichtig, es gibt ein Recht auf Bildung, einen Bildungsauftrag, ohne Bildung geht es nicht – auch in Kindergärten wird jetzt gebildet! – Warum eigentlich? Wie haben Menschen gelernt oder zumindest versucht, ihr Leben zu bewältigen, bevor in der idealistischen Philosophie der Spätaufklärung der Bildungsbegriff virulent wurde? Wie haben sich Menschen gebildet, bevor Bildung als Idee institutionell in Schulen und Universitäten verankert wurde? – Was ist überhaupt BIldung, und was ist eigentlich das Gegenteil von Bildung: Dummheit, Unbildung, Halbbildung, Verbildung? – Die Diskussion solcher Fragen führt zu einer historischen und systematischen Rekonstruktion des Bildungsbegriffs; auch wenn es ein schwieriger Text ist, bietet Heinz-Joachim Heydorns Monografie ›Über den Widerspruch von Bildung und Herrschaft‹ (1970) dafür einen guten Ausgangspunkt. Und darüber hinaus: Zusammen mit u.a. Klafki, Mollenhauer, Gamm begründete Heydorn eine kritische Erziehungswissenschaft, die für die Entwicklung der Bildungsinstitutionen in den 1970er und auch noch 1980er Jahren sehr wichtig war. Aber warum sind diese Theorien heute weitgehend aus den öffentlichen und akademischen Debatten verschwunden, obwohl allenthalben über Bildung und ihre Notwendigkeit gestritten wird? – In diesem Seminar wollen wir in die Bildungstheorie und -praxis einsteigen, ihre Relevanz für andere Fächer beleuchten, aber auch unsere eigene Bildungsbiografie nachspüren.
(Theorien, die im Seminar ebenfalls zur Sprache kommen: Adorno, Bernhard, Bolle, Eribon, Freire, F. Haug, Holzkamp, Illich, Kofler, Liessmann, Schmied-Kowarzik, K. Weber, aber auch zum Beispiel Seeßlen & Metz …)

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